Sechs Kubikmeter Humus liegen zentral ausgebreitet auf dem gepflasterten Areal vor der Feldherrnhalle in München. Die Installation aus humushaltiger Erde habe ich mit Händen und Füßen bearbeitet, arrangiert und mit Steinen und Hölzern umrandet. Sie lässt uns die Kraft von Mutter Erde erspüren und zugleich erinnert sie uns an unsere eigene Lebendigkeit. Humus ist Leben und Vergänglichkeit, Humus ist Kreislauf, Humus (lat. für "Erde") und Humanus (lat. für "Mensch") haben denselben Wortstamm.
„Wer die Erde wertschätzt, geht mit ihr achtsam um“ ist ein Leitgedanke der gemeinschaftlichen Aktion wERDschätzung, die ich seit 2018 durchführe. Seither waren viele Menschen für wERDschätzung auf der ganzen Welt unterwegs, um an einem Ort ihrer Wahl den weißen Stoffrahmen auszulegen und über 300 wERDschätzungen durchzuführen. Speziell für diesen 12. Mai habe ich einen besonderen wERDschätzungs-Rahmen angefertigt, um diesen Flecken Erde wertschätzend zu umrahmen.
Ab 14:00 Uhr sind alle Anwesenden eingeladen, einzeln der Reihe nach in den markierten Kreis der Installation über einen der zwei Zugänge einzutreten. Acht sternförmig angeordnetet rote Läufer weisen den Weg zum Humus für eine persönliche sinnliche Begegnung mit der Erde. Wer schon einmal frischen Waldboden oder die Erde aus einem Maulwurfshügel in der Hand hatte, kennt das haptische Erlebnis, dieses Gefühl von lebendiger Energie und den besonderen Duft. Sich mit allen Sinnen Erde wertschätzend zuwenden ist ein Er-innern und Ver-innerlichen, eine Begegnung der inneren Natur mit der äußeren Natur. |